Feldsteinkirche Warchau

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Die unter Denkmalschutz stehende spätromanische Feldsteinkirche mit eingezogenem rechteckigem Chor und halbrunder abgesetzter Apsis ist vermutlich um 1200 erbaut worden. Der Turmbau erfolgte aber erst 1727. Die Wände der Kirche bestehen aus massivem Findlingsmauerwerk. Die ca. 1,00 m dicken Wände sind in regelmäßigem Schichtenmauerwerk gebaut worden. Schmale, hochliegende Fenster mit Spitzbogen belichten die Kirche von Norden. Die Kirche hat ein Satteldach mit einer Dachneigung von ca. 60°. Es ist als einfaches Sparrendach mit Kehlbalken und liegendem Windverband ausgeführt und besteht aus Nadelholz. Die ältere Dachdeckung besteht aus handgeformten Tonbibern, die in Doppeldeckung verlegt sind. Bemerkenswert sind die ornamentierten Firstziegel auf First und Graten. Die Balkendecke ist zum Kirchenraum profiliert und farbig gefasst. Auf der Westseite befindet sich eine drei Meter tiefe Empore, über der sich der Kirchturm aus Fachwerk erhebt. Die Empore ist als Holzkonstruktion frei in die Kirche hineingestellt und bildet die Unterkonstruktion für den Kirchturm. Der Kirchturm ist auf drei Seiten von dem Kirchendach umgeben und wird auf der Westseite durch die massive Westwand geschlossen. Das Portal auf der Nordseite mit einem gestaffelten Türgewände aus Formziegeln wurde etwa um 1400 eingebaut. Das zeigen der gotische Stil und Reste des ehemals auf der Westseite liegenden Hauptportals. Im Mauerwerk des neuen Portals fallen rundliche Vertiefungen auf, die sogenannten „ Büßermarken“. Das Innere der Kirche ist durch Zeit, Abnutzung, Feuchtigkeit, aber auch durch Diebstahl sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Kanzel aus unbemaltem Kiefernholz aus dem Jahre 1720 war mit schwerer aber technisch vortrefflicher Barockschnitzerei geschmückt. Diese Schnitzereien und auch die Gesetzestafeln, die die Mosesfigur unter der Kanzel in den Händen hielt wurden 1974 gestohlen. Der zur Kanzel passende Altaraufbau ist der Überlieferung nach an einen Grafen von Schwarzenau in der Provinz Posen übergegangen. Der heutige Altaransatz im neugotischen Stil ist aus dem 19. Jahrhundert. Vom Ende des 19.Jh. stammt auch das prachtvolle bleiverglaste Fenster mit der Christusfigur auf der Nordseite des Altarraumes. Die Kirche besaß mehrere Glocken von denen alle zur Waffenproduktion in beiden Weltkriegen eingesetzt wurden. Geblieben ist nur die Glocke aus dem Jahre 1702. Einstmals zierte auch eine Uhr den Turm mit Ziffernblättern auf der Nord- und Südseite. Uhr und Orgel wurden durch einen Blitzschlag am 22.07.1893 zerstört. Die Orgel wurde durch ein Harmonium ersetzt, die Uhr verfiel. Reste befinden sich noch heute in der Kirche. Anfang Oktober 1921 wurde die Kirche umfassend repariert. So wurde der Turm mit neuem Putz versehen und die Dächer von Kirche und Turm überprüft und ausgebessert. Über Jahrzehnte war die Kirche dem Verfall preisgegeben. Erst seit 1998 werden umfangreiche Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten (insbesondere Holzschutzmaßnahmen, Sanierung von Rissen, statische Sicherungen, fachgerechte Dachdeckung und Sanierung der Apsis) durchgeführt, die hoffentlich zum langen Erhalt der Dorfkirche beitragen.